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Arbeitsgruppe Biomaterialbanken (AG BMB)
Infrastruktur und Rahmenbedingungen für Biobanken
Naturforscher und Ärzte legen bereits seit Jahrhunderten Biomaterialbanken mit humanem, aber auch nichthumanem Probenmaterial an. Diese Sammlungen sind ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Forschung. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts und den Methoden der Genomforschung haben sie eine besondere Bedeutung erlangt, da sie gestatten, Ursache und Verlauf von Krankheiten auf molekularer Ebene aufzuklären und neue Therapien zu entwickeln.
Vor dem Hintergrund der neuen und sich weiter entwickelnden Möglichkeiten zur genetischen Analyse der verschiedenen Biomaterialien gewinnen die Fragen zu rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen von Biobanken eine neue Qualität. Die Arbeitsgruppe Biomaterialbanken hat sich zur Aufgabe gesetzt, für die Forscher Rechtssicherheit zu schaffen und die langfristige Nutzung von Biobanken zu ermöglichen, indem sie sich um Fragen der Infrastruktur und um die Rahmenbedingungen für den Aufbau und den Betrieb von Biobanken kümmert.
Bereits seit 2004 ist die TMF in diesem Bereich aktiv und hat die Ergebnisse größtenteils in ihrer Schriftenreihe veröffentlicht und sie an die Biobanken-Verantwortlichen in den Forschungseinrichtungen vermittelt – so beispielsweise auch die 2010 in einer internationalen Zeitschrift publizierte Klärung rechtlicher Rahmenbedingungen für den EU-weiten Austausch von Biomaterialien.
Der 2010 begonnene konstruktive Austausch zwischen der TMF und dem Deutschen Ethikrat mündete in Anfang April 2011 in ein großes, gemeinsam organisiertes Symposium in Berlin, um öffentlich mit Ethikern, Patientenvertretern, Biobank-Betreibern, Wissenschaftlern, Medizinern, Politikern und Medienvertretern die Perspektiven eines Biobankengesetzes zu diskutieren. In der Expertenanhörung des Bundestagsausschusses zum Thema im Mai 2011 wurde die Veranstaltung mehrfach erwähnt. Man habe dort lernen können, dass kein dringlicher Tatbestand für die Einführung eines Biobankengesetzes vorliege und dass auch die Experten sich uneins waren, ob eine Biobankgesetzgebung derzeit sinnvoll ist. Entsprechend wurde auch in der abschließenden Anhörung mit der Mehrheit der Regierungsparteien entschieden, in dieser Legislaturperiode auf die Einführung eines Biobankengesetzes zu verzichten.
Im April 2011 organisierte die Arbeitsgruppe zusammen mit dem BMBF die Kick off-Veranstaltung zur Nationalen Biobanken-Initiative. Im Rahmen dieser BMBF-Fördermaßnahme wird seit 2011 der Aufbau von zentralisierten Biomaterialbanken an ausgewählten Universitätskliniken in Deutschland gefördert. Im Rahmen der Arbeitsgruppe tauschen sich die Vertreter der zentralisierten Biomaterialbanken untereinander aus und haben bereits gemeinsam einen Anforderungskatalog für die an den Standorten zu etablierende IT-Infrastruktur entwickelt.
Wie schon in den vergangenen Jahren, organisierte die Arbeitsgruppe Biomaterialbanken auch 2011 wieder Vor-Ort-Besuche von Biobanken. Diese Besichtigungen und der Austausch mit den jeweiligen Verantwortlichen finden weiterhin große Resonanz und setzen für die einzelnen Forscher wie für die Diskussionen der Arbeitsgruppe wichtige Impulse.
Im Mai 2011 verband die Arbeitsgruppe ihre Sitzung mit einem Besuch bei der Integrated Biobank of Luxembourg (IBBL). Die IBBL wird durch die großen IT- und Bioinformatik-Kapazitäten des Luxembourg Center of Systems Biology (LCSB) und der Universität Luxembourg unterstützt. Dadurch ist sie in der Lage, ohne die beim Aufbau von IT-Infrastrukturen üblichen Reibungsverluste bereits heute die Ergebnisse verschiedener genetischer Hochdurchsatztechnologien standardisiert anzubieten. Ohne auf eine eine eigene Tradition oder ein eigenes Vorbild in der medizinischen Forschung zurückgreifen zu können, treibt das Gesundheitsministerium von Luxemburg mit der IBBL die Etablierung eines der wohl modernsten Biobankkonzepte in Europa voran.
Ende August 2011 besichtigte die Arbeitsgruppe die Biobank der Firma Roche in Penzberg, der von einem offenen Austausch zwischen den Betreibern der Roche-Biobank und den AG-Mitgliedern geprägt war. Auch in der Industrie ist klar, dass die Qualität der Proben künftig eine große Rolle spielen wird. Die Konzepte und Leitfäden der TMF zum Thema sind dort bekannt und werden intensiv genutzt. Ein wesentlicher Unterschied von Biobanken der Industrie zu denen, die in den Forschungsverbünden im Umfeld der TMF betrieben werden, ist ein sehr strikter Projektbezug: die Proben werden sehr spezifisch und zweckgebunden gesammelt.
Im Oktober 2011 folgte in der Reihe der Besuch der Biobank des Karolinska Institutes (KI Biobank) in Stockholm. Die KI Biobank ist führend in Nordeuropa und bildet den schwedischen Knoten für die europäische Biobanken-Infrastruktur BBMRI. Die Mitglieder der TMF-Arbeitsgruppe interessierten sich insbesondere auch für das schwedische Biobanken-Register, an das sukzessive die Laborinformationssysteme der Krankenhäuser landesweit angeschlossen werden und das damit einen ähnlichen Ansatz verfolgt wie das Deutsche Biobanken-Register mit integriertem Probenvermittlungsportal.
2011 wurde der Aufbau des Deutschen Biobanken-Registers weiter vorangetrieben, der – nach mehrjährigen Vorarbeiten unter dem Dach der TMF – seit März 2010 vom BMBF gefördert wird. Die Arbeitsgruppe begleitet den Projektfortschritt regelmäßig in ihren Sitzungen. 2012 wird das neue Deutsche Biobanken-Register, dessen Vorversion bereits unter www.biobanken.de verfügbar ist, mit etwa 100 registrierten Biobanken online gehen.
- Infoblatt zur AG BMB [pdf]
(Letzte Aktualisierung: 01.04.2012)
Sprecher
PD Dr. Michael Hummel
Kompetenznetz Maligne Lymphome
Institut für Pathologie, Charité Berlin
Tel.: 0 30 / 84 45 26 14
E-Mail
Stellvertretender Sprecher
Prof. Dr. Michael Krawczak
NGFN
Institut für Medizinische Informatik und Statistik,
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel
Tel.: 04 31 / 5 97 32 00
E-Mail
Ansprechpartner in der Geschäftsstelle
Sebastian C. Semler
Tel.: 0 30 / 31 01 19 50
E-Mail
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Mitglieder der Arbeitsgruppe
Um an dieser Stelle die Liste der AG-Mitglieder einsehen zu können, müssen Sie sich als TMF-Mitglied einloggen.
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AG Biomaterialbanken 2011
Besichtigung der Biobank der Firma Roche Diagnostics GmbH in Penzberg am 31. August 2011

V.l.n.r.: Dr. Vanessa Nieratschker (Kompetenznetz Schizophrenie), Dr. Melanie Waldenberger (NGFN transfer), Dr. Julia Riedlinger (Roche Diagnostics), Dr. Daniel Rehn (Roche Diagnostics), Sabine Radiske (Roche Diagnostics), Dr. Christoph Ebert (Roche Diagnostics), Dr. Romy Kirsten (BioMaterialBank Heidelberg), Birgit Hausknecht (GCKD-Studie), Dr. Klaus Henning (Verbund Q-Fieber), Dr. Thomas Pickardt (Kompetenznetz Angeborene Herzfehler), Dr. Udo Stropp (Nationale Kohorte – Pretestphase) Silke Fruth (EPIC-Studie), Dr. Dr. Michael Kiehntopf (IFB Sepsis Jena), Dr. Roman Siddiqui (TMF), Daniela Skrowny (UMG), Prof. Dr. Klaus Pommerening (Kompetenznetz Pädiatrische Onkologie und Hämatologie), Prof. Dr. Jürgen Goebel (Rae Goebel & Scheller), Andreas Beck (Kompetenznetz Adipositas), PD Dr. Wolfgang Thasler (m4 Biobank), Prof. Dr. Michael Hummel (ZeBanC), Robert Schmidt (RWTH cBMB), Sebastian C. Semler (TMF), Prof. Dr. Michael Krawczak (NGFN Plus).
AG Biomaterialbanken 2010
Tagung der AG am 15. Juni 2010 in Jena mit Besichtigung der dortigen Sepsis-Biobank

V.l.n.r.: Gastgeber Dr. Dr. Michael Kiehntopf (Verbund PROGRESS, Univ. Jena) und AG-Sprecher PD Dr. Michael Hummel (KKS Charité) sowie Dr. Petra Möbius (Verbund ZooMAP), Fabian Rakebrandt (Kompetenznetz Angeborene Herzfehler), Huberta von Eberstein (Verbund Suszeptibilität gegen Tuberkulose), Sebastian Bartholomäus (Netzwerk Ichthyosen), Prof. Dr. Jürgen W. Goebel (Rechtsanwälte Goebel & Scheller), Martin Lablans (Verbund SkinStaph), Hans-W. Rock (Kompetenznetz Multiple Sklerose), Prof. Dr. Klaus Pommerening (Kompetenznetz Pädiatrische Onkologie und Hämatologie), Dr. Roman Siddiqui (TMF e.V.), Dr. Thomas Arzberger (Brain-Net), Dr. Christina Schröder (Fraunhofer IBMT), Dr. Thomas Ganslandt (Netzwerk Epidermolysis bullosa), Dr. Klaus Henning (Verbund Q-Fieber), Dr. Sara Demiroglu (Universitätsmedizin Göttingen), Stefanie Grametzki (Verbundprojekt Therapieansprechen und Prognose beim kolorektalen Karzinom), Amalia Vaz Pérez (Kompetenznetz Herzinsuffizienz), Andreas Beck (GCKD-Studie), Jo Peter (Universitäts-medizin Göttingen), Dr. Christian Seyboldt (Verbund Botulinom), Sebastian C. Semler (TMF e.V.).
AG Biomaterialbanken 2009
AG auf dem Bertolt-Brecht Platz vor dem Theater am Schiffbauerdamm, benachbart zum Spreekarree, dem Sitzungsort am 27. Mai 2009

V.l.n.r. Sebastian C. Semler (TMF e.V. Geschäftsstelle, Berlin),
René Breuer (Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim / Kompetenznetz Schizophrenie), Mathias Blaurock (TMF e.V. Geschäftsstelle, Berlin / BBMRI-Pilotstudie), Melanie Christmann (TMF e.V. Geschäftsstelle, Berlin / BBMRI-Pilotstudie), Dr. Thomas Ganslandt (Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen / Netzwerk Epidermolysis Bullosa), Dr. Michael Hummel (Universitätsklinikum Benjamin Franklin / Kompetenznetz Magline Lymphome), Dr. Thomas Pickardt (Kompetenznetz AHF, Berlin), Dr. Klaus Henning (Freidrich-Loeffler-Institut, Wusterhausen / Q-Fieber), Andreas Beck (Kompetenznetz Adipositas, Erlangen), Johannes Drepper (TMF e.V. Geschäftsstelle, Berlin), Dr. Anette Pollex-Krüger (TMF e.V. Geschäftsstelle, Berlin), Fabian Rakebrandt (Universität Göttingen, Göttingen / Kompetenznetz AHF), Prof. Dr. Klaus Pommerening (Universität Mainz / Kompetenznetz POH), Dr. jur. Dr. rer. pol. Tade Mathias Spranger (IWE Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn), Prof. Dr. Jürgen W. Goebel (RAe Goebel & Scheller, Bad Homburg), Prof. Dr. Michael Krawczak (Institut für Medizinische Informatik und Statistik, Kiel / NGFN Plus), Dr. Hella Lichtenberg (PT DLR, Bonn), Dr. Christina Schröder (Frauenhofer IBMT, Potsdam).
AG Biomaterialbanken 2007
AG Biomaterialbanken (mit Gästen) am 26. Juni 2007 in Berlin

V.l.n.r. S.C. Semler (TMF, Berlin), H. Lichtenberg (DLR, Bonn),
M. Krawczak (NGFN, Univ.Kiel), J. Goebel (RAe Goebel & Scheller, Bad Homburg), H.E. Wichmann (GSF, Neuherberg), P. Bauer (Netzwerk GeNeMove, Univ.Tübingen), S. Macher-Göppinger (NCT-Gewebebank, Heidelberg), N. Friedrich (SHIP, Univ.Greifswald), D. Baust (TMF, Berlin), M. Rohrbacher (KN Leukämien, univ.Mannheim), J. Drepper (TMF, Berlin), A. Pollex-Krüger (TMF, Berlin), M. Kiehntopf (KN Sepsis, Jena), S. Tschoepe (Inst.f.Rechtsinformatik, Univ.Hannover), H. Boeing (EPIC, DIfE Potsdam), M. Hummel (KN Maligne Lymphome, Charité Berlin), F. Rakebrandt (KN AHF, Univ.Göttingen), M. Posch (KN Herzinsuffizienz, Charité Berlin), C. Schröder (RZPD, Berlin), R. Ullrich (KN HIV/AIDS, Charité Berlin), G. Schmitz (Danubian Biobank, Univ. Regensburg.
AG Biomaterialbanken 2006
AG Biomaterialbanken am 30. November 2006 in Berlin

AG Biomaterialbanken 2005
AG Biomaterialbanken am 29. September 2005 in Berlin

AG Biomaterialbanken 2004
AG Biomaterialbanken am 14. Dezember 2004 in Berlin

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News
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conhIT 2012: TMF wirbt für konsequente Nutzung von Standards
Interoperabilität der IT-Systeme im Gesundheitswesen ist für Auswertung durch die medizinische Forschung unabdingbar.
  
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Termine
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Sitzung der Arbeitsgruppe Datenschutz (Berlin)
22.05.2012
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Sitzung der GMDS-AG Secondary Use und der TMF-AGs Datenschutz und IT-QM (Berlin)
22.05.2012
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Sitzung der Arbeitsgruppe IT-Infrastruktur und Qualitätsmanagement (Berlin)
22.05.2012
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Interviews
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„Die Arbeit der TMF wird zukünftig immer wichtiger sein“
Ein Interview mit Prof. Dr. Ulrich R. Fölsch und Prof. Dr. Michael Krawczak nach der Übergabe des Vorstandsvorsitzes
  
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