Forschung und Versorgung verzahnen
Verzahnung von Forschung und Versorgung in der Medizin
Das Thema der Verzahnung von Forschung und Versorgung in der Medizin wird von der TMF als zentrale Herausforderung der kommenden Jahre begriffen.
Gerade in Zeiten einer breiten öffentlichen Diskussion der wirtschaftlichen Grundlagen eines Gesundheitssystems wird der hohe Stellenwert einer engen Ausrichtung der ärztlichen Behandlung an aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnissen besonders deutlich. Hierfür ist jedoch ein effizienter Transfer von Wissen aus der Forschung in die Versorgung unabdingbare Voraussetzung.
Ebenso wichtig, aber weniger beachtet ist die Tatsache, dass gerade die klinische Forschung von guten und qualitativ hochwertigen Daten aus der medizinischen Versorgung profitieren kann. Viele Daten, die heute in klinischen Studien erfasst werden, sind in Dokumentationssystemen des klinischen oder ambulanten Sektors im Gesundheitssystem bereits enthalten. In einem umfassenden Projekt geht die TMF der Frage nach, welche datenschutzrechtlichen und technischen Hürden zu nehmen sind, um eine gemeinsame Nutzung von Daten für Forschung und Versorgung zu ermöglichen. Zudem sind die unterschiedlichen Qualitätsanforderungen und Zielkriterien für die Dokumentation in den beiden Bereichen zu vergleichen und bewerten.
Bei der Überarbeitung und Weiterentwicklung der generischen Datenschutzkonzepte der TMF tauchte auch die Frage auf, ob die umfangreiche Dokumentation der Patienten, die an Forschungsprojekten teilnehmen, auch für deren Weiterbehandlung nutzbar gemacht werden kann. Die Analyse der relevanten Anwendungsfälle macht deutlich, dass gerade chronisch kranke Patienten von einer Dokumentation, die gemeinsam von Forschern und Behandlern fortgeschrieben wird, profitieren können.
Vor dem Hintergrund der aktuell im Aufbau befindlichen Telematik-Infrastruktur im Gesundheitswesen stellt sich die Frage nach übergreifend zu nutzenden elektronischen Patientenakten mit besonderer Dringlichkeit. Daher setzt sich die TMF mit dieser Thematik nicht nur in zahlreichen Projekten auseinander, sondern hat dies auch als Schwerpunktthema in die Agenda des Beirats aufgenommen. Gerade die bestehenden und von der TMF in einem Gutachten aufbereiteten rechtlichen Hürden für eine Nutzung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) durch die Forschung, sind ein wichtiges Thema in diesem Gremium, in dem auch die beiden beteiligten Ministerien (BMG und BMBF) vertreten sind.
Darüber hinaus wurden in vielfältigen Projekten Themen wie die terminologische Vereinheitlichung von Forschungsund Versorgungsdaten, die IT-unterstützte Erstellung medizinischer Leitlinien und die Bereitstellung von Forschungsdaten für das IQWiG aufgegriffen.
Ansprechpartner in der Geschäftsstelle
Johannes Drepper
Tel.: 030 / 22 00 24 740
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(Letzte Aktualisierung: 25.01.13)