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Arbeitsgruppe Biomaterialbanken (AG BMB)

Infrastruktur und Rahmenbedingungen für Biobanken

Naturforscher und Ärzte legen bereits seit Jahrhunderten Biomaterialbanken mit humanem, aber auch nichthumanem Probenmaterial an. Diese Sammlungen sind ein wichtiger Bestandteil der medizinischen Forschung. Mit Beginn des 21. Jahrhunderts und den Methoden der Genomforschung haben sie eine besondere Bedeutung erlangt, da sie gestatten, Ursache und Verlauf von Krankheiten auf molekularer Ebene aufzuklären und neue Therapien zu entwickeln.

Vor dem Hintergrund der neuen und sich weiter entwickelnden Möglichkeiten zur genetischen Analyse der verschiedenen Biomaterialien gewinnen die Fragen zu rechtlichen und organisatorischen Rahmenbedingungen von Biobanken eine neue Qualität. Die Arbeitsgruppe Biomaterialbanken hat sich zur Aufgabe gesetzt, für die Forscher Rechtssicherheit zu schaffen und die langfristige Nutzung von Biobanken zu ermöglichen, indem sie sich um Fragen der Infrastruktur und um die Rahmenbedingungen für den Aufbau und den Betrieb von Biobanken kümmert.

Bereits Ende 2004 wurde hierzu ein großes Projekt initiiert, dessen Ergebnisse bereits seit geraumer Zeit vorliegen und die größtenteils bereits in der Schriftenreihe der TMF veröffentlicht werden konnten. In verschiedenen Veranstaltungen wurden die Ergebnisse einer breiteren Öffentlichkeit vorgestellt und vor allem gezielt an die Biobanken-Verantwortlichen in den Forschungseinrichtungen vermittelt. Ein weiteres Projekt der TMF zur Klärung der rechtlichen Rahmenbedingungen für den EU-weiten Austausch von Biomaterialien, konnte 2009 abgeschlossen werden.

Um die Verbreitung des vorhandenen Wissens insbesondere auch in neue Förderprojekte zu intensivieren und damit den Aufbau neuer Biobanken auf einem hohen Niveau zu sichern, lud das BMBF 2009 zu einer Informationsveranstaltung zum Thema Biobanken ein. Dabei griff das Ministerium nicht nur auf die organisatorische Unterstützung durch die TMF, sondern vor allem auch auf die Expertise der Fachleute zurück, die nun schon seit einigen Jahren in der TMF intensiv zusammenarbeiten. Die Resonanz auf die Einladung war groß: Rund 80 Forscher und Biobanken-Betreiber aus ganz Deutschland kamen am 14. September 2009 in Berlin zusammen und brachten ganz praktische organisatorische Fragen, aber auch solche zu ethischen und rechtlichen Aspekte des Umgangs mit Biomaterialien mit. Rund 80 Forscher waren der Einladung des BMBF nach Berlin gefolgt, um praktisch einsetzbare Hinweise und Unterstützung für den Aufbau und Betrieb der Biobank ihrer Forschungseinrichtung zu erhalten.

Die Arbeitsgruppe Biomaterialbanken setzte 2009 die Reihe von Vor-Ort-Besuchen von Biobanken fort, die sie 2008 mit sehr guter Resonanz gestartet hatte. Anfang September 2009 verband die Arbeitsgruppe ihre Sitzung mit einem Besuch bei der Biobank an der Medizinischen Universität Graz, einer der größten Biobanken in Europa. In Graz ist es gelungen, die Vision einer integrativen Biobank für eine gesamte Universität umzusetzen. Besonders interessant für die Teilnehmer war unter anderem die Vorstellung der zur Verwaltung der Proben eingesetzten Software: Da die Anforderungen zur Verwaltung der gesammelten Objekte in Museen und in Biobanken ähnlich sind, kommt hier eine Lösung zum Einsatz, die ursprünglich für Museumssammlungen programmiert worden ist. Mit der Biobank der Medizinischen Universität Graz hat die TMF in Folge der Sitzung eine Kooperationsvereinbarung getroffen, mit der die künftige Zusammenarbeit unterstützt und nach außen dokumentiert werden soll.

Das Gendiagnostikgesetz (GenDG), zu dem die Arbeitsgruppen Biomaterialbanken und Molekulare Medizin im Sommer 2008 eine Stellungnahme abgegeben hatten und das am 1. Februar 2010 in Kraft getreten ist, hat die Arbeitsgruppe auch 2009 weiter beschäftigt. Regelmäßig wurde über den aktuellen Stand des Gesetzgebungsverfahrens berichtet, beispielsweise über die Anhörung im Gesundheitsausschuss, und es wurde unter den Experten kritisch-begleitend diskutiert. Dabei standen insbesondere die Auswirkungen auf die Forschung im Fokus, die entstehen obwohl das Gesetz den Bereich der Forschung grundsätzlich nicht einschließt. Nach der Verabschiedung des Gesetzes im April 2009 wurde auch die Umsetzung durch die Universitätsverwaltungen diskutiert, bei denen in der Regel eine große Unsicherheit herrscht, für welche Fälle das GenDG anzuwenden ist.

Wesentlichen Anteil an der gemeinsamen Arbeit hatten in jüngster Zeit die Beratungen rund um die Vorbereitung und Antragstellung verschiedener Drittmittelprojekte: Aufbau eines Registers medizinischer Biobanken in Deutschland, Entwicklung eines Konzepts zur Vernetzung von Biobanken und die Etablierung eines Probenvermittlungsportals. In diesem Zusammenhang arbeitet die TMF auch mit dem europäischen Infrastruktur- Projekt „Biobanking and Biomolecular Resources Research Infrastructure” (BBMRI) zusammen, für das die Arbeitsgruppe Biomaterialbanken auch als nationale Spiegelgruppe fungiert.

  1. Infoblatt zur AG BMB [pdf]

(Letzte Aktualisierung: 29.09.2010)


Sprecher

PD Dr. Michael Hummel

Kompetenznetz Maligne Lymphome

Institut für Pathologie, Charité Berlin

Tel.: 0 30 / 84 45 26 14

E-Mail

 

Stellvertretender Sprecher

Prof. Dr. Michael Krawczak

NGFN

Institut für Medizinische Informatik und Statistik,
Universitätsklinikum Schleswig-Holstein, Kiel

Tel.: 04 31 / 5 97 32 00

E-Mail

 

Ansprechpartner in der Geschäftsstelle

Sebastian C. Semler

Tel.: 0 30 / 31 01 19 50

E-Mail

Mitglieder der Arbeitsgruppe

Um an dieser Stelle die Liste der AG-Mitglieder einsehen zu können, müssen Sie sich als TMF-Mitglied einloggen. 

AG Biomaterialbanken 2010

Tagung der AG am 15. Juni 2010 in Jena mit Besichtigung der dortigen Sepsis-Biobank

V.l.n.r.: Gastgeber Dr. Dr. Michael Kiehntopf (Verbund PROGRESS, Univ. Jena) und AG-Sprecher PD Dr. Michael Hummel (KKS Charité) sowie Dr. Petra Möbius (Verbund ZooMAP), Fabian Rakebrandt (Kompetenznetz Angeborene Herzfehler), Huberta von Eberstein (Verbund Suszeptibilität gegen Tuberkulose), Sebastian Bartholomäus (Netzwerk Ichthyosen), Prof. Dr. Jürgen W. Goebel (Rechtsanwälte Goebel & Scheller), Martin Lablans (Verbund SkinStaph), Hans-W. Rock (Kompetenznetz Multiple Sklerose), Prof. Dr. Klaus Pommerening (Kompetenznetz Pädiatrische Onkologie und Hämatologie), Dr. Roman Siddiqui (TMF e.V.), Dr. Thomas Arzberger (Brain-Net), Dr. Christina Schröder (Fraunhofer IBMT), Dr. Thomas Ganslandt (Netzwerk Epidermolysis bullosa), Dr. Klaus Henning (Verbund Q-Fieber), Dr. Sara Demiroglu (Universitätsmedizin Göttingen), Stefanie Grametzki (Verbundprojekt Therapieansprechen und Prognose beim kolorektalen Karzinom), Amalia Vaz Pérez (Kompetenznetz Herzinsuffizienz), Andreas Beck (GCKD-Studie), Jo Peter (Universitäts-medizin Göttingen), Dr. Christian Seyboldt (Verbund Botulinom), Sebastian C. Semler (TMF e.V.).

 

AG Biomaterialbanken 2009

AG auf dem Bertolt-Brecht Platz vor dem Theater am Schiffbauerdamm, benachbart zum Spreekarree, dem Sitzungsort am 27. Mai 2009

V.l.n.r. Sebastian C. Semler (TMF e.V. Geschäftsstelle, Berlin),
René Breuer (Zentralinstitut für Seelische Gesundheit, Mannheim / Kompetenznetz Schizophrenie), Mathias Blaurock (TMF e.V. Geschäftsstelle, Berlin / BBMRI-Pilotstudie), Melanie Christmann (TMF e.V. Geschäftsstelle, Berlin / BBMRI-Pilotstudie), Dr. Thomas Ganslandt (Friedrich-Alexander-Universität, Erlangen / Netzwerk Epidermolysis Bullosa), Dr. Michael Hummel (Universitätsklinikum Benjamin Franklin / Kompetenznetz Magline Lymphome), Dr. Thomas Pickardt (Kompetenznetz AHF, Berlin), Dr. Klaus Henning (Freidrich-Loeffler-Institut, Wusterhausen / Q-Fieber), Andreas Beck (Kompetenznetz Adipositas, Erlangen), Johannes Drepper (TMF e.V. Geschäftsstelle, Berlin), Dr. Anette Pollex-Krüger (TMF e.V. Geschäftsstelle, Berlin), Fabian Rakebrandt (Universität Göttingen, Göttingen / Kompetenznetz AHF), Prof. Dr. Klaus Pommerening (Universität Mainz / Kompetenznetz POH), Dr. jur. Dr. rer. pol. Tade Mathias Spranger (IWE Institut für Wissenschaft und Ethik, Bonn), Prof. Dr. Jürgen W. Goebel (RAe Goebel & Scheller, Bad Homburg), Prof. Dr. Michael Krawczak (Institut für Medizinische Informatik und Statistik, Kiel / NGFN Plus), Dr. Hella Lichtenberg (PT DLR, Bonn), Dr. Christina Schröder (Frauenhofer IBMT, Potsdam).

 

AG Biomaterialbanken 2007

AG Biomaterialbanken (mit Gästen) am 26. Juni 2007 in Berlin

V.l.n.r. S.C. Semler (TMF, Berlin), H. Lichtenberg (DLR, Bonn),
M. Krawczak (NGFN, Univ.Kiel), J. Goebel (RAe Goebel & Scheller, Bad Homburg), H.E. Wichmann (GSF, Neuherberg), P. Bauer (Netzwerk GeNeMove, Univ.Tübingen), S. Macher-Göppinger (NCT-Gewebebank, Heidelberg), N. Friedrich (SHIP, Univ.Greifswald), D. Baust (TMF, Berlin), M. Rohrbacher (KN Leukämien, univ.Mannheim), J. Drepper (TMF, Berlin), A. Pollex-Krüger (TMF, Berlin), M. Kiehntopf (KN Sepsis, Jena), S. Tschoepe (Inst.f.Rechtsinformatik, Univ.Hannover), H. Boeing (EPIC, DIfE Potsdam), M. Hummel (KN Maligne Lymphome, Charité Berlin), F. Rakebrandt (KN AHF, Univ.Göttingen), M. Posch (KN Herzinsuffizienz, Charité Berlin), C. Schröder (RZPD, Berlin), R. Ullrich (KN HIV/AIDS, Charité Berlin), G. Schmitz (Danubian Biobank, Univ. Regensburg.

 

AG Biomaterialbanken 2006

AG Biomaterialbanken am 30. November 2006 in Berlin

 

AG Biomaterialbanken 2005

AG Biomaterialbanken am 29. September 2005 in Berlin

 

AG Biomaterialbanken 2004

AG Biomaterialbanken am 14. Dezember 2004 in Berlin

News

Muster-SOPs: Eine wertvolle Quelle

Tutorials und Webinare vermittelten den erweiterten SOP-Katalog für klinische Studien


 
Termine

Workshop "Klinische Prüfung und klinische Bewertung von Medizinprodukten" (Berlin)

10.02.2012



1. Vorstandssitzung (Berlin)

16.02.2012 - 17.02.2012



TMF-Workshop zur i2b2-Plattform / 3. Treffen der i2b2-User-Group

27.02.2012




Interviews

Changing the way we understand healthcare and medicine

An expert discussion about the European EHR4CR-project and the future of clinical research in Europe.


 
Presseschau

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