DMEA 2026: Digitalisierung muss bei den Menschen ankommen
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken hielt die Opening Keynote auf der DMEA 2026. © TMF e.V.
Vom 21. bis 23. April 2026 war die TMF auf der DMEA – Europas führendem Event für Digital Health – mit Vorträgen, Panels sowie einem gemeinsamen Stand mit der Medizininformatik-Initiative (MII) und den Digitalen FortschrittsHubs (DigiHubs) vertreten. Mit rund 22.000 Besucherinnen und Besuchern, 900 Ausstellern und 470 Speakerinnen und Speakern bot die DMEA erneut eine zentrale Plattform für Austausch, Innovation und Vernetzung in der digitalen Gesundheitswirtschaft.
Drei intensive Tage voller Diskussionen und Impulse liegen hinter uns. Aus Sicht der TMF lassen sich dabei vier zentrale Erkenntnisse festhalten:
Digitalisierung muss bei den Menschen ankommen
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken machte in ihrer Keynote deutlich: Der Erfolg der Digitalisierung im Gesundheitswesen wird sich daran messen, ob digitale Lösungen tatsächlich in der Versorgung ankommen und für Patientinnen und Patienten einen spürbaren Nutzen schaffen. Dieser Anspruch prägt auch die aktuelle Digitalisierungsstrategie des Bundes.
Der EHDS entsteht – jetzt gilt es, ihn mitzugestalten
Der European Health Data Space (EHDS) ist kein Zukunftsprojekt mehr, sondern befindet sich bereits in der Umsetzung. Die kommenden Jahre werden entscheidend dafür sein, wie Gesundheitsdaten in Europa genutzt werden. Forschende und Fachcommunities sind jetzt gefragt, sich aktiv in die Ausgestaltung einzubringen. Die TMF gestaltet diesen Prozess mit – unter anderem auf Basis ihrer Erfahrungen aus der Medizininformatik-Initiative (MII), dem Forschungsdatenportal für Gesundheit (FDPG) sowie durch ihre Beteiligung an europäischen Projekten wie der Joint Action TEHDAS2.
Interoperabilität ist die Voraussetzung für funktionierende Digitalisierung
Mit dem aktuellen Referentenentwurf für das „Gesetz für Daten und digitale Innovationen im Gesundheitswesen“ (GeDIG) wird ein zentraler Schritt hin zu mehr verpflichtender Interoperabilität unternommen. Denn nur wenn Systeme und Datenbestände verknüpfbar sind, kann das Potenzial von Gesundheitsdaten für Forschung, Versorgung und Innovation ausgeschöpft werden.
Neue Technologien bringen Forschung und Versorgung enger zusammen
Der Einsatz von Wearables, KI-gestützten Analyseverfahren und digitalen Versorgungsansätzen nimmt weiter zu. Am Beispiel von Long Covid wurde in einer Session deutlich, wie datengetriebene Ansätze konkret zur Verbesserung von Forschung und Versorgung beitragen können – und wie eng beide Bereiche zunehmend miteinander verzahnt sind.
Die DMEA 2026 hat einmal mehr gezeigt: Die strategische Richtung ist klar, nun kommt es auf die konsequente Umsetzung an. Die TMF wird diesen Prozess weiterhin aktiv begleiten und mitgestalten.
Wir freuen uns auf die DMEA 2027, die erstmals in München stattfinden wird.
In der Session "EHDS 2 – Die Zukunft von Forschung, Versorgung und Patient:innenzugang" wurde die operative und strategische Umsetzung des Europäischen Gesundheitsdatenraums (EHDS) beleuchtet. © TMF e.V.
Die DMEA in der Messe Berlin bot einmal mehr eine zentrale Plattform für Austausch, Innovation und Vernetzung in der digitalen Gesundheitswirtschaft. © TMF e.V.
Im Seminar "EHDS gemeinsam verstehen und umsetzen" diskutierten die Teilnehmenden in einem intensiven fachlichen Austausch über die zukünftige Gestaltung des European Health Data Space. © TMF e.V.
Mitwirkende der LongCARE-Session "Digitale Erkrankungsmodelle, Wearables und KI-basierte Tools bei Long COVID" (v. l. n. r.): Prof. Dr. Christine Happle (Medizinische Hochschule Hannover), Dr. Helma Freitag (Charité - Universitätsmedizin Berlin), Prof. Dr. Bernhard Schieffer (Universitätsklinikum Gießen und Marburg GmbH), Friedrich von Kessel (TMF e.V.), Sebastian C. Semler (TMF e.V) und Adrian Pelcaru (Technische Universität Dresden). © TMF e.V.