Drei Fragen an Prof. Dr. Christopher Baum
Foto: © BIH/Thomas Rafalzyk
Mit dem Berlin Institute of Health @ Charité (BIH) begrüßt die TMF seit 2025 eine der zentralen Einrichtungen für translationale Medizin in Deutschland in ihrem Netzwerk. Im Interview erläutert Prof. Dr. Christopher Baum, Wissenschaftlicher Geschäftsführer des BIH, die Gründe für die Zusammenarbeit mit der TMF.
Prof. Baum, das BIH ist seit 2025 Mitglied der TMF. Was hat Sie dazu bewogen, Teil dieses Netzwerks zu werden?
Die Entscheidung, Mitglied der TMF zu werden, ist aus dem Selbstverständnis des BIH heraus entstanden, translationale Forschung systematisch zu stärken. Dafür braucht es verlässliche Strukturen für den Umgang mit Gesundheitsdaten, gemeinsame Standards sowie den Austausch mit Akteuren, die vor ähnlichen Herausforderungen stehen.
Die TMF bietet hier ein etabliertes Forum, in dem methodische, regulatorische und infrastrukturelle Fragen gemeinschaftlich adressiert werden. Für das BIH ist insbesondere der Erfahrungsaustausch relevant. Die Mitgliedschaft ermöglicht es, eigene Perspektiven einzubringen und gleichzeitig von erprobten Lösungsansätzen zu profitieren.
Das BIH möchte medizinische Innovationen schneller in die Versorgung bringen. Welche Rolle spielen dabei Daten, Forschungsinfrastrukturen und vernetzte Zusammenarbeit?
Daten sind das Rückgrat jeder medizinischen Innovation. Im BIH setzen wir konsequent auf die FAIR-Prinzipien (Findable, Accessible, Interoperable und Reusable), um klinische, genomische und bildgebende Daten nutzbar zu machen. Entscheidend ist dabei nicht nur die Datenverfügbarkeit, sondern ihre Qualität, Standardisierung und verantwortungsvolle Nutzung. Forschungsinfrastrukturen schaffen den Rahmen, in dem diese Daten erhoben, verknüpft und analysiert werden können – von klinischen Studienplattformen über Register bis hin zu datenintegrativen Umgebungen.
Gleichzeitig ist Translation ein kooperativer Prozess. Die enge Vernetzung zwischen Grundlagenforschung, klinischer Forschung, Versorgung und weiteren Partnern ist essenziell, um Innovationen in die Anwendung zu bringen. Das BIH versteht sich als verbindendes Element, das solche Schnittstellen aktiv gestaltet.
Wo sehen Sie die wichtigsten Anknüpfungspunkte zwischen BIH und TMF?
Die größten Schnittmengen liegen in der Weiterentwicklung von Rahmenbedingungen für datengetriebene Forschung. Das BIH bringt seine Erfahrungen im Bereich translationaler und innovativer Strukturen ein, während die TMF als Plattform fungiert, auf der unterschiedliche Perspektiven zusammengeführt und konsentierte Lösungen entwickelt werden können. Gerade bei komplexen Themen wie der Harmonisierung von Standards oder der Umsetzung regulatorischer Anforderungen ist ein abgestimmtes Vorgehen entscheidend.
Von der Zusammenarbeit verspricht sich das BIH insbesondere Impulse für skalierbare und übertragbare Lösungen, die über einzelne Standorte hinaus wirken. Ziel ist es, Translation nicht nur punktuell zu beschleunigen, sondern strukturell zu verbessern – im Sinne einer nachhaltig leistungsfähigeren, datenbasierten Gesundheitsforschung.
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