Startschuss für die Biobank-Plattform Deutschland
Podiumsdiskussion beim Kick-off zum Projekt "Biobank-Plattform für Deutschland" am 22.06.2026 in Berlin. V. l. n. r.: Ralf Heyder (Leiter Koordinierungsstelle beim NUM), Dr. Stefanie Houwaart (BRCA-Netzwerk), PD Dr. Sara Nußbeck (GBN), Holger Mann (MdB), Suenne Orth (Roche), Prof. Dr. Bernd Weber (Universitätsklinikum Bonn und Medizinischer Fakultätentag) und Dr. Matthias Meergans (vfa). © D. Ausserhofer / vfa
Am 22. Juni 2026 fiel in Berlin der Startschuss für die neue Biobank-Plattform für Deutschland. Mit dem Aufbau der bundesweiten Plattform wird ein zentrales Vorhaben aus dem Koalitionsvertrag und der Biotechnologie-Roadmap der Hightech Agenda umgesetzt. Ziel ist es, den Zugang zu hochwertigen Bioproben und den dazugehörigen klinischen und analytischen Daten für Forschung und Innovation deutlich zu erleichtern.
Prof. Dr. Heyo K. Kroemer stellte das Konzept vor: ein zentrales Anfrageportal, vernetzte Biobanken und standardisierte Prozesse. Besonders spannend ist die Kombination aus dem Zugang zu bereits vorhandenen Proben und Daten sowie der Möglichkeit eines prospektiven „On-Demand-Samplings“. Damit können künftig gezielt und schnell neue Proben und Daten für konkrete Forschungsfragen erhoben werden.
Die Vorteile liegen auf der Hand:
- schnellere und effizientere Forschung
- Integration klinischer, molekularer und Omics-Daten
- höchste Qualitäts-, Datenschutz- und Ethikstandards
- transparente und rechtssichere Prozesse
Prof. Dr. Heyo Kroemer, Vorstandsvorsitzender der Charité - Universitätsmedizin. © D. Ausserhofer / vfa
Wie Holger Mann, MdB, treffend formulierte: Die Plattform ist ein echter „Booster“ für die Medizinforschung und schafft ein wichtiges Fundament für eine datenbasierte Medizin in Deutschland.
Die vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderte Biobank Plattform für Deutschland ist ein wichtiger Schritt, weil sie Forschenden aus Wissenschaft und Industrie einen deutlich einfacheren Zugang zu den Proben ermöglichen soll. Für Proben aus mehreren Biobanken wird nur noch ein Forschungsantrag und ein Nutzungsvertrag nötig sein.
Holger Mann, Mitglied des Deutschen Bundestages. © D. Ausserhofer / vfa
An der vorangegangenen Konzeptentwicklung unter Federführung durch das Netzwerk Universitätsmedizin (NUM) haben die TMF e.V. wie auch viele weitere Organisationen mitgewirkt, darunter die Charité – Universitätsmedizin Berlin, das German Biobank Network (GBN), die Fraunhofer-Gesellschaft, der VDGH – Verband der Diagnostica-Industrie e.V., der Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V. (vfa), der Bundesverband der Pharmazeutischen Industrie e.V. (BPI), BIO Deutschland e.V. sowie der Medizinische Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland e.V. (MFT).
Weiterführende Informationen
Biobanken-Symposium 2026
Das 14. Nationale Biobanken-Symposium, das vom 15. bis 16. September 2026 im Hotel Aquino in Berlin stattfindet, bietet einen umfassenden Überblick über aktuelle Entwicklungen im Biobanking in nationalen Forschungsnetzwerken und Konsortien.