17. TMF-Jahreskongress 2026
Data powers Science: Wie datengetriebene Forschung Innovationen ermöglicht
Die digitale Transformation des Gesundheitswesens nimmt an Fahrt auf. Doch wie nutzen wir Gesundheitsdaten bestmöglich und welche Voraussetzungen braucht es, damit daraus spürbare Innovationen für Versorgung und Forschung entstehen? Auf dem 17. TMF-Jahreskongress am 16. Juni 2026 treffen sich führende Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Politik und Industrie. Sie zeigen auf, wie Lösungen für eine vernetzte und digitale Medizin der Zukunft entstehen – durch leistungsfähige Infrastrukturen, passende regulatorische Rahmenbedingungen und ein lernendes Gesundheitssystem.
Der TMF-Jahreskongress findet in diesem Jahr in Berlin mit zwei starken Partnern statt: dem Berlin Institute of Health (BIH) der Charité sowie dem Deutschen Rheuma-Forschungszentrum Berlin, ein Leibniz-Institut. Es erwarten Sie hochrangige Impulse führender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, interaktive Panels, sowie spannende Führungen und Workshops. Mit dabei sind u.a.:
- Prof. Dr. Christopher Baum, Vorsitzender des BIH-Direktoriums, Berlin Institute of Health (BIH) at Charité
- Prof. Dr. Eicke Latz, Wissenschaftlicher Direktor des Deutschen Rheuma-Forschungszentrums
- Prof. Dr. Franziska Bathelt, Leiterin des Datenintegrationszentrums (DIZ), Medizinische Universität Lausitz - Carl Thiem
- Prof. Dr. Peter N. Robinson, Berlin Institute of Health (BIH) at Charité, Medical Computer Science and Artificial Intelligence
- Nick Schneider, Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Referatsleiter 511 Grundsatzfragen neue Technologien und Datennutzung
- Maro Bader, Roche Pharma und Vorstandsvorsitzender des sphin-X e.V.
- Prof. Dr. med. Surjo R. Soekadar, Charité-Universitätsmedizin Berlin, Leiter Translation und Neurotechnologie
- Dr. Markus Müschenich, Flying Health
- Dr. Lucas Mittelmeier, Heal Capital, Investor
- Prof. Dr. Joachim L. Schultze, Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
- u.v.m.
Im Anschluss an den 17. TMF-Jahreskongress finden am 17. und 18. Juni 2026 in der gleichen Location die Registertage 2026 statt.
Wir freuen uns auf Sie!
Programm (Stand: 16.02.26)
TMF-Jahreskongress
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09:00–09:15 Uhr
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Eröffnung
Prof. Dr. Christopher Baum
Tagungspräsident | Vorsitzender des BIH-DirektoriumsProf. Dr. Rainer Röhrig
TMF-Vorstandsvorsitzender | Uniklinik RWTH AachenProf. Dr. Eicke Latz
Wissenschaftlicher Direktor DRFZ -
09:15–10:00 Uhr
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Keynote: "Making Data Computable: How Phenotype Standards Enable Data-Driven Medicine"
Prof. Dr. Peter N. Robinson
Berlin Institute of Health (BIH) at Charité -
10:00–11:30 Uhr
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Session 1: Der Europäische Gesundheitsdatenraum: Chancen und Potenziale
Mit dem European Health Data Space (EHDS) entsteht ein europäischer Datenraum, der Innovationen in Versorgung und Forschung durch gemeinsame Regeln, standardisierte Schnittstellen und einer Governance für Primär- und Sekundärdatennutzung beschleunigen kann. Für Deutschland heißt das: Forschungs- und Versorgungsinfrastrukturen müssen technisch, organisatorisch und rechtlich anschlussfähig werden – von Interoperabilität über Zugangs- und Datentreuhandmodellen bis hin zu Sicherheit, Ethik und Rollenverständnissen zwischen Datenhaltenden und Datennutzenden. Die Session ordnet den Stand ein, zeigt konkrete Anforderungen und Chancen und skizziert, wie sich Akteure aus Akademia, Industrie und Start-ups gezielt vorbereiten können.
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11:30–13:00 Uhr
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Session 2: Data Linkage und Datentreuhandmodelle: Gesundheitsdaten sicher verknüpfen
Wie lassen sich Gesundheitsdaten so verknüpfen, dass daraus belastbare Erkenntnisse für Forschung und Versorgung entstehen? Die Session diskutiert Data Linkage und Datentreuhandmodelle als zentrale Bausteine einer vernetzten Gesundheitsforschung anhand von drei Perspektiven: die sichere Verknüpfung und Nutzung verschiedener Datenarten, die Einbindung externer Datenquellen sowie die praktische Umsetzung übergreifender Ansätze. Im Mittelpunkt steht die Frage, welche technischen, organisatorischen und rechtlichen Voraussetzungen geschaffen werden müssen, damit Datenverknüpfung in Deutschland vertrauenswürdig, effizient und nachhaltig gelingt.
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13:00–14:00 Uhr
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Mittagspause
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14:00–15:30 Uhr
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Session 3: Personalisierte Medizin: Was gibt es jenseits der Onkologie?
Personalisierte Medizin versucht, heterogene Patient:innengruppen in klinisch relevante Untergruppen zu unterteilen, Therapieentscheidungen datenbasiert zu treffen und Nebenwirkungen zu reduzieren, mit dem Ziel, schneller die richtige Behandlung für den individuellen Patienten zu finden. Personalisierte Medizin hat in der Onkologie beispielsweise mit molekularen Tumorboards schon Eintritt in die Gesundheitsversorgung gehalten, aber auch bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen, bei Diabetes oder in der Kardiologie gibt es vielversprechende Ansätze. Im Kern geht es darum, Prävention, Diagnostik und Behandlung an die individuellen Merkmale eines Menschen anzupassen – etwa an genetische Varianten, Stoffwechselprofile, Immunstatus, Lebensstil, Umweltfaktoren und kontinuierlich erhobene Gesundheitsdaten.
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15:30–16:00 Uhr
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Kaffeepause
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16:00–17:30 Uhr
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Session 4: Wie gelingt nachhaltiger Innovationstransfer? Vom Proof of Concept zur Wirkung
Digitale Innovationen im Gesundheitswesen entstehen zunehmend im Kontext öffentlich geförderter Forschung und infrastruktureller Plattformen, erreichen jedoch häufig nicht den dauerhaften Einsatz in Versorgung, Forschungspraxis oder Markt. Die Session beleuchtet zentrale Erfolgsbedingungen für den Transfer digitaler Innovationen — von institutionellen Rahmenbedingungen über Marktmechanismen bis hin zur kritischen Bewertung technologischer Substanz. Im Fokus stehen strukturelle, organisatorische und strategische Faktoren, die darüber entscheiden, ob Innovationen über Pilot- und Demonstrationsphasen hinaus Wirkung entfalten.
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17:30–18:30 Uhr
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Panel: Wie aktuelle Digitalgesetze die Zukunft der Forschung gestalten
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ab 18:30 Uhr
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TMF-Mitgliederversammlung
Workshops und Führungen
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Details
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Am Tag nach dem TMF-Jahreskongress öffnen das BIH, die TMF und das Deutsche Rheumaforschungszentrum ihre Türen und laden zu interaktiven Workshops, Lab-Besichtigungen sowie zu Touren wichtiger Forschungsinfrastrukturen ein. Die Anmeldung dafür öffnet in Kürze. Sie ist für Teilnehmende des TMF-Jahreskongresses kostenfrei. Die Anzahl der Plätze ist limitiert.
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09:00–13:30 Uhr
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Workshop: Hands-On Datenschutzfolgenabschätzung – von der Theorie in die Praxis
TMF-Geschäftsstelle, Berlin
Wann ist eine Datenschutzfolgenabschätzung (DSFA) erforderlich und wie setzt man sie konkret um? In diesem praxisorientierten Workshop erhalten Sie einen strukturierten Überblick über Voraussetzungen, Ablauf und Inhalte einer DSFA und lernen, wie sich die Anforderungen im Arbeitsalltag sicher anwenden lassen. Anhand realer Anwendungsbeispiele diskutieren wir typische Fragestellungen aus der Praxis und zeigen, welche Konsequenzen sich aus den Ergebnissen einer DSFA ergeben können. Im Anschluss widmen wir uns bewährten Verfahren des Risikomanagements: Welche Risiken müssen bewertet werden, welche Gewährleistungsziele stehen im Mittelpunkt und welche Maßnahmen sind sinnvoll? Der Workshop richtet sich an alle, die mit Datenschutzfragen in der medizinischen Forschung konfrontiert sind und ihre Kenntnisse vertiefen möchten – verständlich, interaktiv und anwendungsbezogen.
- Referent:innen: Dr. Knut Kaulke und Karla Riesterer (TMF e. V.)
- Veranstaltungsformat: Präsenz
- Besondere Zugangsvoraussetzungen / Fachkenntnisse: Das Tutorium richtet sich interdisziplinär an alle, die mit Datenschutzfragen in der medizinischen Forschung konfrontiert sind.
- Mitzubringende Arbeitsmaterialien: Notebook mit der Software Microsoft Excel ab Version 2016
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09:00–12:30 Uhr
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Workshop: Routinedaten für die Forschung: das Forschungsdatenportal für Gesundheit
TMF-Geschäftsstelle, Berlin
Wie lassen sich Routinedaten der deutschen Universitätsmedizin sinnvoll für Forschungsprojekte nutzen? Dieser Workshop richtet sich an Forschende, die ein Projekt mit Routinedaten planen oder bereits durchführen und sich einen praxisnahen Überblick über verfügbare Datenstrukturen und Zugangswege des Forschungsdatenportals verschaffen möchten.
Welche Daten stehen zur Verfügung, wie sind sie strukturiert und welche Herausforderungen ergeben sich in der Praxis – insbesondere im Hinblick auf Datenqualität und Harmonisierung? Sie erhalten einen Einblick in die Abläufe von der Antragstellung bis zur Datennutzung und erfahren, wie sich Forschungsfragen mithilfe von Machbarkeitsabfragen frühzeitig prüfen lassen. Der Workshop bietet einen kompakten, anwendungsorientierten Einstieg in die Nutzung von Routinedaten.
- Referentinnen: Dr. Marie Gebhardt und Karoline Buckow (TMF e. V.)
- Veranstaltungsformat: Präsenz
- Besondere Zugangsvoraussetzungen / Fachkenntnisse: Das Tutorial erfordert keine Vorkenntnisse und ist sowohl für Einsteiger als auch für erfahrene Forschende und Kliniker geeignet.
- Mitzubringende Arbeitsmaterialien: Laptop
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09:00–13:30 Uhr
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Workshop: Lokale Large Language Models in der Universitätsmedizin
TMF-Geschäftsstelle, Berlin
Lokale Large Language Models (LLMs) gewinnen in der Universitätsmedizin zunehmend an Bedeutung – insbesondere dort, wo sensible Daten verarbeitet werden. Der Workshop vermittelt einen praxisorientierten Überblick über Potenziale und Grenzen lokaler LLMs und zeigt anhand von Live-Demos konkrete Anwendungen, z. B. zur Extraktion medizinischer Informationen, zur Anonymisierung oder zur Integration in bestehende Systeme wie REDCap. Teilnehmende reflektieren eigene Anwendungsfälle und diskutieren zentrale Fragen zu Datenschutz, Kosten und Betriebsmodellen.
- Referenten: Dr. Peter Brunecker und Andreas Hetey (Berlin Institute of Health – Charité Berlin)
- Veranstaltungsformat: Präsenz
- Besondere Zugangsvoraussetzungen / Fachkenntnisse: Interesse an Nutzung von KI/LLM, die lokal betrieben werden sollen
- Mitzubringende Arbeitsmaterialien: Internetfähiger Laptop und aktueller Webbrowser (z. B. Chrome oder Firefox)
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09:30–10:15 Uhr
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Führung durch die BIH-Biobank
Zentrale Biobank Charité (ZeBanC), Berlin
Bei dieser Führung erhalten Sie einen Einblick in die Arbeit der Zentralen Biobank Charité/BIH. Sie erfahren, wie biologische Proben gesammelt, verarbeitet und langfristig gelagert werden und welche wichtige Rolle sie für die medizinische Forschung spielen. Außerdem lernen Sie die technischen Abläufe sowie die Qualitäts- und Sicherheitsstandards kennen, die für die Arbeit in einer Biobank erforderlich sind.
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10:00–10:30 Uhr
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Führung durch das Berliner Simulations- und Trainingszentrum (BeST) der Charité
Berliner Simulations- und Trainingszentrum, Berlin
Das Berliner Simulations- und Trainingszentrum (BeST) der Charité verfolgt das Ziel, die Behandlungsqualität und Patientensicherheit durch simulationsbasierte Aus-, Fort- und Weiterbildung zu verbessern sowie klinische Prozesse weiterzuentwickeln und innovative Medizinsysteme zu erproben.
Im Rahmen der Führung erhalten die Teilnehmenden Einblicke in die drei zentralen Bereiche des BeST: das chirurgisch-anatomische Trainingszentrum BeST-CAT, in dem unter anderem mit Körperspenden, Simulatoren und 3D-gedruckten Modellen gearbeitet wird; das BeST-SIM, das realitätsnahe Simulationstrainings etwa für Intensivstation oder Notaufnahme ermöglicht; sowie das BeST-TrIK, ein Umfeld für nutzerorientierte Entwicklung und Innovation im Gesundheitswesen.
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10:00–11:30 Uhr
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Labtour durch das Deutsche Rheuma-Forschungszentrum (DRFZ)
Deutsches Rheuma-Forschungszentrum, Berlin
Im Wissenschaftsjahr 2026 „Medizin der Zukunft“ des Bundesministeriums für Forschung, Technologie und Raumfahrt dreht sich alles um die Frage, wie wir gesund bleiben und wie Forschung die Medizin von morgen gestaltet. Unter dem Motto „Medizin der Zukunft im Blick: Rheuma erforschen – Gesundheit gestalten“ trägt die Forschung am DRFZ dazu bei, rheumatische Erkrankungen früher zu erkennen, Patientinnen und Patienten gezielter zu behandeln und die Lebensqualität der Betroffenen dauerhaft zu verbessern. Bei der Führung durch die DRFZ-Labore geben wir Einblicke in die Technologien und Forschungsmethoden am DRFZ – vom “FACS-Labor” zum “Zellkultur-Labor” und ins “Ramin-Labor” gehen unsere Gäste den Weg, den sonst Blutzellen und Gewebeproben von Patientinnen und Patienten durch unser Institut nehmen.
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Vormittags
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Führung: Experimentelle Chirurgie der Charité
Trailer | TMF-Jahreskongress 2026