TMF-Veranstaltung

Nachbericht: Erfolgreiches 3. genomDE-Symposium 2024 in Berlin

Genommedizin geht in die Versorgung

dbb forum berlin GmbH
09:00–19:00 Uhr
Das dritte genomDE-Symposium 2024 - am 4. Juli in Berlin

Beschluss des Bundesrates macht den Weg frei für Modellvorhaben Genomsequenzierung! Zum Symposium kamen am 4. Juli 2024 rund 280 Expertinnen und Experten aus Wissenschaft, Selbstverwaltung und Politik in Berlin zusammen, um die Fortschritte des Modellvorhabens Genomsequenzierung vorzustellen und gemeinsam zu diskutieren. Das Projekt genomDE hat wesentliche Vorarbeit geleistet und die Ergebnisse wurden auf dem Symposium vorgestellt.

Thema

Das dritte genomDE-Symposium fand am 4. Juli 2024 in Berlin unter dem Motto "Genommedizin. Chancen nutzen. Menschen helfen." statt. Themenschwerpunkte in diesem Jahr waren Personalisierte Medizin, Stand des Modellvorhabens Genomsequenzierung, Entwicklungen in Europa sowie Stärkung und Wahrnehmung der Genommedizin.

Konferenz

Auf dem genomDE-Symposium berichteten und diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der führenden medizinischen Netzwerke und Fachgesellschaften sowie der betroffenen Patientenverbände über medizinische, technische, organisatorische und ethisch-rechtliche Aspekte der Genommedizin.

Veranstalter

Koordinationsstelle für das Projekt genomDE und das genomDE-Konsortium ist die TMF – Technologie- und Methodenplattform für die vernetzte medizinische Forschung e. V. , bestehend aus führenden medizinischen Netzwerken personalisierter Medizin Deutschlands sowie den auf Bundesebene agierenden Patienten­vertretungen für die Behandlung von Seltenen Erkrankungen und Krebs.


Eröffnung

Sebastian C. Semler, Geschäftsführer der TMF e. V. und Leiter der Koordinationsstelle für genomDE bei der TMF e. V. eröffnete das Symposium. Im Anschluss erfolgte die Premiere des genomDE-Erklärfilms, der für das Projekt genomDE produziert wurde.

Grußwort

Bundesgesundheitsminister Prof. Karl Lauterbach erläuterte in seinem Grußwort die Bedeutung des Modellvorhabens Genomsequenzierung und verwies auf die erfolgreichen Vorarbeiten im Projekt genomDE und durch die beteiligten Leuchtturminitiativen:

„Wir wissen, dass durch Gen-Sequenzierungen und daraus folgende personalisierte Therapieempfehlungen in spezialisierten Zentren das Überleben von Krebsbetroffenen signifikant verlängert werden kann.“ Bisher hatten Versicherte in der Regel nur im Rahmen von Selektivverträgen mit einzelnen Krankenkassen Zugang zu Genommedizin.

Den wichitgen Vorarbeiten sei es zu verdanken, dass Betroffene jetzt bundesweit von den Möglichkeiten der Gensequenzierung und personalisierten Therapieempfehlungen profitieren können, betonte Professor Lauterbach.

Session 1: Personalisierte Medizin – Maßgeschneiderte Behandlungen durch Genommedizin

Session 1 hat Prof. Stefan Fröhling (NCT Heidelberg) und Leiter der Abteilung „Translationale Medizinische Onkologie“ am DKFZ, mit seinem Vortrag zur Genomsequenzierung als Triebfeder einer Wissen generierenden Krebsmedizin eröffnet.

Prof. Nisar Malek (DNPM Tübingen) skizzierte den Weg der personalisierten Medizin in die Versorgung sowie die Wertschöpfung unter Nutzung von Erfahrungen aus den Zentren für personalisierte Medizin.

Prof. Nataliya Di Donato (Medizinische Hochschule Hannover) stellte den Nutzen von ultraschnellen Genomsequenzierungen bei der Behandlung von kritisch kranken Kindern mit Seltenen Erkrankungen am Beispiel des deutschen Studienprojektes Baby Lion vor.

Der Vortrag von Prof. Reiner Siebert (Universitätsklinikum Ulm) befasste sich mit der Frage, wie sich molekulare Diangnostik von Tumor und Keimbahn ergänzen können.

Panel

Auf dem anschließenden Panel diskutierten die Referentinnen und Referenten zusammen mit Heike Gantke vom Patientennetzwerk zielGENau e. V.  über aktuelle Forschungsansätze und den Bedarf an Datensätzen zur Nutzung der Dateninfrastruktur.

Session 2: Modellvorhaben Genomsequenzierung

Sebastian C. Semler von der TMF e. V. gab einen Überblick über die Konzeption von genomDE für das Modellvorhaben Genomsequenzierung.

Jens Bussmann vom Verband der Universitätsklinika Deutschlands e. V. (VUD) und Johannes Wolff vom GKV-Spitzenverband (GKV-SV) berichteten über die Herausforderungen bei den Verhandlungen mit den Leistungserbringern.

Wie sieht der aktuelle Stand des Modellvorhabens aus und was ist die Perspektive zur Weiterentwicklung? Dies erläuterten Dr. Catharina Scholl vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) und Anna Lübbe vom Robert Koch-Institut (RKI) in ihrem gemeinsamen Vortrag.

Podiumsdiskussion

Auf der Podiumsdiskussion ging es um die Frage nach der Zukunft des Modellvorhabens.

Hier tauschten sich Prof. Malte Spielmann (Universitätsklinikum Schleswig-Holstein), Prof. Melanie Börries (Universitätsklinikum Freiburg), Dr. Matthias Meergans (Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.) und Anika Anker (Bundesministerium für Gesundheit) aus. Diskutiert wurde zu Fragen über die Perspektive zur Aufnahme weiterer Indikationen in das Modellvorhaben sowie zur Weiterentwicklung der Infrastruktur für Forschungsziele. Zudem wurde erörtert, was die Anbindung von anderen nationalen Datensammlungen, wie den Krebsregistern und europäischen Datenstrukturen des EHDS, bringen kann.

Session 3: Entwicklungen in Europa und ihre Auswirkungen auf Deutschland

Prof. Dr. Stefan M. Pfister (Hopp-Kindertumorzentrum Heidelberg) stellte in seinem Use-Case aus der Kinderonkologie das Präzisionsonkologie-Programm INFORM vor und erläuterte die Notwendigkeit europäischer Vernetzung.

Dr. Holm Graeßner, MBA FEAN (Universitätsklinikum Tübingen) führte am Beispiel eines klinisches Use Cases zu Seltenen Erkrankungen aus, warum europäischer Datenaustausch aus Patientensicht bedeutend sein kann.

Dr. Dorothee Andres (Bundesministerium für Gesundheit) erläuterte die Nationale Strategie für Genommedizin des Bundesministeriums für Gesundheit und Dr. Nilofar Badra-Azar, ebenfalls vom BMG, weitete den Blick auf den europäischen Gesundheitsdatenraum (EHDS).

Podiumsdiskussion

Die Referentinnen und Referenten der Session erörterten zusammen mit Prof. Dr. Fruzsina Molár-Gábor (Universität Heidelberg) über weitere rechtliche Aspekte des Modellvorhabens.

Session 4: Stärkung der Wahrnehmung von Genommedizin

Welche Erfahrungen haben Patientinnen und Patienten mit genomischer Medizin bisher gemacht und welche neuen Perspektiven ergeben sich daraus.

Mit dieser Fragestellung gab Dr. Stefanie Houwaart MPH (BRCA-Netzwerk e.V. Bonn) einen Einblick ins Thema.

Prof. Dr. Christian Schaaf (Institut für Humangenetik Heidelberg) berichtete eindrücklich aus seinem Alltag in der genetischen Beratung und der Grenze von Hochtechnisierung und persönlicher Entscheidungsfindung.

Frau Prof. Kerstin Rhiem (Universitätsklinikum Köln) schloss die Vortragsrunde ab mit ihren Ausführungen zum Thema Genomic Literacy: Aufmerksamkeit generieren und Kompetenz stärken, Best Practice Beispiele.

Podiumsdiskussion

Auf der letzten Podiumsdiskussion des Symposiums diskutierten neben Dr. Stefanie Houwaart als Patientenvertreterin, Dr. Johanna Tecklenburg (Bioscientia Institut für Medizinische Diagnostik GmbH), Prof. Dr. Wolfram Henn (Institut für Humangenetik der Universität des Saarlandes), Dr. Gerhard Schillinger (AOK-Bundesverband) zusammen mit Dr. Johannes Bruns (Deutsche Krebsgesellschaft e. V.) und Matthias Mieves, MdB, (Sprecher für e-health der SPD-Fraktion, Mitglied im Gesundheitsausschuss und im Ausschuss für Digitales im Deutschen Bundestag) darüber, was es für eine erfolgreiche Umsetzung von Genommedizin braucht und wie qualitätsgesicherte Versorgung in die Zukunft getragen werden kann.

Resumee und Schlusswort

Sebastian C. Semler, Geschäftsführer der TMF e. V. und Leiter der Koordinationsstelle für genomDE bei der TMF e. V. bedankte sich bei den Teilnehmenden und freute sich über die große Resonanz  zum diesjährigen, erfolgreichen Symposium.

Impressionen vom genomDE-Sym­po­si­um

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des genomDE-Symposiums 2023 während der Pause

© TMF e.V.

Prof. Dr. Rita Schmutzler auf dem genomDE-Symposium 2023

Prof. Dr. Rita Schmutzler, Vorstandmitglied der TMF, Mitglied des Steuerungsgremiums von genomDE und Koordinatorin des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs, beim 2. genomDE-Symposium 2023. © TMF e.V.

Die Referenten des Abschlusspanels vom genomDE-Symposium 2023

Das Abschlusspanel vom genomDE-Symposium 2023 mit Prof. Dr. med. Dipl.-Chem. Elke Holinski-Feder, Prof. Dr. Jürgen Wolf, Prof. Dr. Joachim L. Schultze und Dr.-Ing. Jan Voges. © TMF e.V.

Dr. Dorothee Andres auf dem genomDE-Symposium 2023

Dr. Dorothee Andres, BMG, beim 2. genomDE-Symposium 2023. © TMF e.V.

Zwei Teilnehmer im Gespräch während der Pause vom genomDE-Symposium 2023

Pausenfoto - genomDE-Symposium 2023. © TMF e.V.

Die Teilnehmer und Teilnehmerinnen des genomDE-Symposiums 2023 während der Pause

Pausenfoto - genomDE-Symposium 2023. © TMF e.V.

Sebastian Claudius Semler auf dem genomDE-Symposium 2023

Sebastian Claudius Semler, Leiter der Koordinierungsstelle für genomDE, beim 2. genomDE-Symposium 2023. © TMF e.V.

Speaker

Prof. Dr. Nisar Malek

Prof. Dr. Nisar Malek

Universitätsklinikum Tübingen
Jens Bussmann

Jens Bussmann

Verband der Universitätsklinika Deutschlands e. V.
+49 (30) 394 05 17-22

Prof. Dr. Britta Hänisch

Bundesinstitut für Arzneimittel und und Medizinprodukte (BfArM)
+49 (0) 228 99 307 5721
Prof. Dr. Dr. Melanie Börries

Prof. Dr. Dr. Melanie Börries

Universitätsklinikum Freiburg
Dr. Matthias Meergans

Dr. Matthias Meergans

Verband Forschender Arzneimittelhersteller e.V.
+49 152 01596626

Dr. Dorothee Andres

Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Dr. Sophia Schade

Bundesministerium für Gesundheit (BMG)

Prof. Dr. Kerstin Rhiem

Universitätsklinkum Köln
Dr. Johanna Tecklenburg

Dr. Johanna Tecklenburg

Bioscientia Healthcare

Prof. Dr. Wolfram Henn

Universität des Saarlandes, Institut für Humangenetik
Dr. Gerhard Schillinger

Dr. Gerhard Schillinger

AOK-Bundesverband
Dr. Johannes Bruns

Dr. Johannes Bruns

Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Matthias Mieves

Matthias Mieves MdB

SPD

Sponsoren

Das Projekt genomDE

Das Projekt genomDE

Die TMF koordiniert seit 2021 ein mit hochrangigen Expertinnen und Experten besetztes Konsortium zum konzeptionellen Aufbau von genomDE, einer bundesweiten Plattform für die medizinische Genomsequenzierung, die sich im ersten Schritt den Seltenen Erkrankungen (SE) sowie onkologischen Erkrankungen annimmt. genomDE hat unter anderem das Dateninfrastrukturkonzept für das Modellvorhaben Genomsequenzierung nach § 64e SGB V entwickelt.

Zur Projektseite